Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie muss gelernt, eingeübt und im Alltag immer wieder neu verteidigt werden. Gerade Schulen kommt dabei eine besondere Verantwortung zu: Hier erleben junge Menschen Vielfalt, hier werden Konflikte ausgetragen, hier wird Haltung entwickelt. Die Stiftung „Für Lippe“ unterstützt deshalb seit 2019 gezielt Projekte im Bereich der Demokratiebildung an Schulen im Kreis Lippe. Jetzt übernahm die Stiftung an der Sekundarschule Blomberg den Eigenanteil der Fortbildungskosten für drei Lehrkräfte und einen Schulsozialarbeiter, die sich zu „schwarz/weiß-BUNT Trainer*innen“ qualifizieren ließen.
In der Qualifizierung setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit demokratischen Grundwerten, Fragen der persönlichen und professionellen Haltung sowie mit Mechanismen von Rassismus und Diskriminierung auseinander. Neben fachlichen Impulsen standen der Austausch mit Betroffenen, die Analyse aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und der Blick auf Einflussstrategien, die insbesondere über soziale Medien junge Menschen erreichen, im Mittelpunkt. Ziel der Ausbildung ist es, pädagogische Fachkräfte zu befähigen, demokratische Werte im Schulalltag fundiert zu vermitteln, diskriminierenden Äußerungen argumentativ zu begegnen und soziale Trainings kompetent zu gestalten.
Dr. A. Heinrike Heil, Geschäftsführerin der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, die die Stiftung „Für Lippe“ treuhänderisch verwaltet, ordnet das Engagement ein: „Demokratieförderung in Schulen ist ein zentrales Anliegen unserer Stiftungsarbeit. Junge Menschen müssen früh lernen, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten, respektvoll zu diskutieren und klare Haltung gegen menschenfeindliche Positionen zu zeigen. Indem wir die Qualifizierung von Lehrkräften und Schulsozialarbeit unterstützen, stärken wir Schulen in ihrem Auftrag, demokratische Kompetenzen nachhaltig zu vermitteln.“
Mit dem erworbenen Wissen übernehmen die qualifizierten Lehrkräfte und der Schulsozialarbeiter künftig eine Multiplikator*innenrolle an der Schule. Sie bringen ihre Kompetenzen in Sozialtrainings ein, begleiten Projekte wie „Schule ohne Rassismus“ und stehen Kollegium sowie Schülerschaft als feste Ansprechpartner*innen zur Verfügung. Perspektivisch trägt dies dazu bei, demokratische Werte noch stärker im Schulalltag zu verankern, Handlungssicherheit im Umgang mit diskriminierenden oder extremistischen Äußerungen zu erhöhen und eine respektvolle, reflektierte Schulkultur dauerhaft zu stärken.
Foto: Sekundarschule Blomberg